Wie kombiniert man Honig und Käse?

Die hohe Kunst, Honig und Käse zu kombinieren

Dazu sollten wir etwas vorwegsagen: Per se kann die Kombination zweier Produkte natürlich unterschiedliche Zwecke verfolgen, einer davon ist es, durch Ausprobieren köstliche neue olfaktorische und gustatorische Erlebnisse entstehen zu lassen. Manchmal ergibt sich so ein „neues Ganzes“, das mehr ist als nur die Summe beider, da es beide aufwertet, ohne einen davon zu benachteiligen.
Hier steht der Grana Padano im Mittelpunkt, daher haben unsere Empfehlungen das Ziel, genau dieses Produkt in all seinen verschiedenen Reifephasen zu veredeln.
Den Verbrauchern stehen zahllose, höchst unterschiedliche Honigsorten zur Verfügung: Ihr Unterschied kann in der jeweiligen Intensität des Aromakomplexes liegen (schwach, mittel, stark), in den olfaktorisch-gustatorischen Noten (warm, fruchtig, blumig, aromatisch, animalisch, vegetabil, chemisch) oder auch im Vorhandensein von Bittere.
Alle Honigsorten, auch die mit bitterer Note, haben die gleiche charakteristische Zusammensetzung, bei der Einfachzucker (Fruktose und Glukose) überwiegen. Durch diese Eigenschaft, die schließlich immer Süße bedeutet, bietet sich die Kombination mit stark gereiften Käsesorten, wie es der Grana Padano ist, besonders an.
Die für die Begleitung von Grana Padano gedachte Honigmenge sollte dabei nie zu hoch sein, damit die aromatische Komponente des Käses nicht überdeckt wird. Da man bei jüngeren Varianten, in denen sich die Milchnoten (heiße Milch, geschmolzene Butter) noch herausschmecken lassen, auf sehr zarte, nicht zu intensive Honige zurückgreifen sollte, darf man sich hier natürlich trauen, etwas mehr Honig zu nehmen.
Käse von mittlerer Reife lassen sich im Allgemeinen sehr gut von Honigsorten mit animalischen, eiweißigen und schwefeligen gustatorisch-olfaktorischen Komponenten abrunden. 
Bei Grana Padano von längerer Reife mildert der Zuckerbeitrag des Honigs, der hier besser in geringen Mengen verwendet wird, die herzhaften und pikanten Komponenten des Käses. Des Weiteren unterstützt die Beschaffenheit des Honigs das Zergehen des Käses im Mund, wodurch dessen edelsten durch die Reife hervorgerufenen Aromen freigesetzt werden. In diesem Fall können Honige von markanter gustatorisch-olfaktorischer Intensität, auch solche mit leichten Bitternoten, sich als perfekte Begleiter erweisen.
Allgemein gesagt basieren die üblicherweise angewendeten Kombinationskriterien auf den Prinzipien von Ähnlichkeit und Kontrast, sowohl was die aromatische Intensität als auch das Gesamtbild betrifft. Nennen wir ein Beispiel: Kastanienhonig harmoniert aufgrund seiner Intensität und seiner charakteristischen animalisch anmutenden Noten besonders gut mit sehr reifem Grana Padano, während Lindenhonig mit seinen frischen balsamischen Noten einen nicht minder gefälligen Kontrast zu diesem bildet.
Natürlich lassen sich auch territoriale/regionale Kriterien anwenden: Jedes geografische Gebiet hat eigene Käse- und Honigsorten, die bereits traditionell miteinander kombiniert werden, sodass deren Paarung sich allen durch die Macht der Gewohnheit als „typisch“ durchgesetzt hat.
Von all diesen Richtlinien einmal abgesehen, sind Sie selbst natürlich letztendlich maßgeblich, Ihr persönlicher Geschmack und der Genuss, den das Experimentieren mit neuen Kombinationen Ihnen schenkt. Aus diesem Grund empfehlen wir, stets eine Auswahl verschiedener Honigsorten zu servieren, gerne auch einmal zwei völlig unterschiedliche, damit Sie und Ihre Tischgäste eigene Lieblingsvariationen entdecken können. Wir laden dazu ein, die Produkte zuerst einzeln zu kosten und anschließend deren verschiedene Kombinationen.