Kastanienhonig

Kastanienhonig
Kastanienhonig wird in Italien und anderen südeuropäischen Ländern, von Portugal quer bis zur Ukraine, aber auch in Deutschland hergestellt.
Die Edelkastanie ist in Italien stark verbreitet, da sie für die Holzwirtschaft, die Fruchternte und die Gewinnung von Tannin für die Ledergerbung gehäuft angebaut wurde. Auch dort, wo sie gezielt vom Menschen für die Landwirtschaft angepflanzt wurde (Sardinien), gilt sie heute als nicht invasive etablierte Art. Es handelt sich um sehr große und langlebige Bäume, die auch über 500 Jahre alt werden können.
Ihre Blütezeit (und die damit zusammenhängende Zeit der Honigproduktion) liegt zwischen Ende Juni und Juli.

Charakteristika:
  • Farbe: mitteldunkel, dunkles Bernstein mit rötlichen und grünen Reflexen. Diese Honigsorte kristallisiert sehr spät, häufig gar nicht. 
  • Duft: stechend, sehr intensiv, chemisch, tannisch und grasig, animalisch, mit Noten von Chinarinde und feuchtem Tabak.
  • Aroma und Geschmack: im Mund wenig süß, von markanter und persistenter Herbheit. Vegetabile Aromen von Rhabarber und herbem Kakao, dem tannischen, grasigen Duft sehr ähnlich.
Die Kombination ist nicht unüblich und eignet sich optimal für alle, die charaktervolle, herbe Aromen lieben, vor allem gegen Ende der Mahlzeit. Die Produkte eint eine sehr hohe aromatisch-gustatorische Persistenz, wodurch sie gut harmonieren und lange gemeinsam im Mund verweilen. Die für diese Honigsorte typischen Tanninnoten gleichen die beim Kauen von dieser Art von Grana Padano hervorgerufene Saftigkeit sowie dessen Eiweiß- und Fettkomponenten aus.

Serviervorschlag:
Es empfiehlt sich, stets eine Auswahl an Honigsorten vorzustellen, eventuell zwei sehr unterschiedliche, damit die Tischgäste nach Belieben experimentieren und ihre eigenen Lieblingsvariationen finden können. Der Honig sollte niemals vor dem Servieren auf den Käse gestrichen werden, nicht nur, weil die Wahl damit vorbestimmt ist, sondern auch da die im Käse enthaltenen salzigen Flüssigkeiten durch den erhöhten osmotischen Druck des Honigs schon nach wenigen Minuten von diesem absorbiert werden können. Der Reiz besteht darin, die Produkte zuerst einzeln zu kosten und anschließend deren verschiedenen Kombinationen. 
Serviert werden kann in einem Schälchen mithilfe eines kleinen Löffels, von dem man den Honig laufen lässt. Flüssige und cremige Honigsorten können so, wie sie sind, gereicht werden. Fest kristallisierte Honige können streichfähiger gemacht werden, indem man im Glas die nötige Menge von der starren Oberfläche abkratzt und umrührt, bevor man dann den Honig in das Serviergeschirr füllt.

Besonderheiten

Diese Honigsorte ist sehr besonders, dank ihrer ausgeprägten komplexen olfaktorisch-aromatischen Noten, die zwar außerhalb ihrer Produktionsgebiete wenig geschätzt wird, sich aber dennoch insgesamt zahlreicher Liebhaber erfreut. Weniger herb wirkt der Honig, wenn die Bienen beim Sammeln des Kastaniennektars auch Nektar von Linden, Mittelmeer-Brombeeren oder auch Honigtau aufgelesen haben. In diesem Fall wird die Sorte jedoch als Wildblütenhonig bezeichnet und im Sommer in den italienischen Alpentälern hergestellt.
Kleine Mengen Kastanienhonig verleihen jedem Gericht Charakter. Die Aromen überdauern auch eventuelle Garvorgänge und passen ausgezeichnet zu fetterem Fleisch, Bitterschokolade und Obst.
Dieser Honig ist in der Regel in seinen Produktionsgebieten und in großen Handelsketten leicht erhältlich.