Belgian dubbel

Belgian dubbel
Dieser Stil gehört zu den sogenannten Trappistenbieren. Obwohl seine Ursprünge eigentlich nicht auf bestimmte Gebiete, sondern auf die Bierbraukunst dieser Mönche im Allgemeinen zurückzuführen sind, stammt das sensorische Profil, unter dem man diese Bierbrauart heute zusammenfasst, eindeutig aus Belgien. Sein Wohlgefallen und sein Reiz haben weltweit für eine großzügige Verbreitung gesorgt, sowohl, was dessen Herstellung als auch dessen Genuss betrifft. 
  • Aufbewahrung: Da es sich um ein hochgäriges Bier handelt, ist die Einhaltung der Kühlkette nicht zwingend erforderlich. Dennoch ist es wichtig, dass die Temperatur zwischen 18 und 20 °C gehalten wird, da darüber hinaus (bei nicht pasteurisierten Bieren) eine erneute Gärung in der Flasche mit unerwünschten sensorischen Ergebnissen ausgelöst werden könnte.
  • Ausschanktemperatur: zwischen 12 und 14 °C, serviert in einem Bierkelch mit weiter Öffnung. Das Glas wird zu Beginn um 45 Grad geneigt und anschließend gerade gehalten, um die Bildung einer schönen Schaumkrone zu begünstigen. Aufgrund des Hefegehalts kann es in der Neige – bei den nicht vollständig filtrierten Varianten – zu einer erhöhten Menge von sedimentierten Hefestoffen kommen, weshalb das Ende des Ausschanks aus der Flasche besondere Aufmerksamkeit erfordert. Ein Fingerbreit Neige kann jedoch auch in der Flasche belassen werden, die dann um ihre Längsachse geschwenkt wird. Anschließend wird die Neige in ein zweites Glas geschenkt, damit die Charakteristika der Hefestoffe gezielt gekostet werden können.
  • Alkoholgehalt: 6-7,5 % alc.
Charakteristika  (Optik, Geschmack, Aroma): Die Farbe reicht von sattem Bernstein bis zu vollem Kupfer mit Granatreflexen, die Optik ist in der Regel ungetrübt und die beigefarbene Schaumkrone ist markant, von dichter Beschaffenheit und ausgeprägter Persistenz, wobei Letztere häufig im Glas zu dem als „Brüsseler Spitze“ bekannten Phänomen führt. Die Geruchsentwicklung ist markant, von intensiver Komplexität, und so finden sich Motive, die an Karamell, Honig, geröstete Haselnüsse und Mandeln sowie Früchte, genauer gesagt, Bananen, Äpfel, Susinen, Rosinen, erinnern, durchwoben von Würze in Form von Gewürznelken, Pfeffer und Lakritz. Die Geschmacksabfolge am Gaumen greift die Düfte auf, und zwar im Rahmen einer robusten Struktur von mittelstarkem Körper mit mittelhohem Kohlensäuregehalt und einem schlank-trockenen Finale, das die alkoholischen und zuckrigen Rundungen harmonisiert, die von der angenehmen Wärme der Umdrehungen gestützt werden. Aufgrund eben dieses markanten Alkoholgehalts sind Dubbel-Biere für die Kombination mit Hauptgerichten und den letzten Gängen des Menüs vorzuziehen. 
Die stoffliche und gustatorisch-olfaktorische Stärke dieses Stils macht ihn zu einem ausgezeichneten Komplement für über 20 Monate gereiften Grana Padano: Insbesondere die hohen Umdrehungen und die spritzige Rezenz schmeicheln dem Käsefett, während die Weichheit am Gaumen auf ausgeglichene Weise mit der Würze kontrastieren. Die Röstaromen wiederum greifen die ähnlich orientierten Geruchsnoten des Käses auf und verschmelzen mit diesen. Das Gesamtbild verspricht einen Genuss von angenehmer bis intensiver Harmonie.

Besonderheiten

Die Herkunft des Namens Dubbel liegt, wie zuvor erwähnt, in der Welt der Mönchsklöster verwurzelt und bezog sich ursprünglich darauf, dass die Mönche drei verschiedene Bierserien mit unterschiedlichen Bierstärken brauten: Enkel, Dubbel (stärker) und Tripel (extrastark). Das moderne Braurezept für diese Sorte basiert auf dem für Westmalle-Bier des 19. Jahrhunderts aus der Trappistenabtei Westmalle (in der belgischen Provinz Antwerpen)