Alpenrosenhonig

Alpenrosenhonig
Alpenrosenhonig wird in Italien ausschließlich auf dem Alpenbogen in Höhenlagen von über 1700 m aus dem Nektar der Bewimperten Alpenrose (Rhododendron hirsutum) und der Rostblättrigen Alpenrose (Rhododendron ferrugineum) hergestellt. Die Blütezeit liegt zwischen Juni und Juli.

Charakteristika:
  • Farbe: von nahezu farblos bis strohgelb im flüssigen Zustand, von weiß bis beige in kristallisierter Form.
  • Duft: auch in maximaler Ausprägung nur von schwacher Intensität. Die Abwesenheit markanter Düfte gehört zu den besonderen Eigenschaften dieser Honigsorte. Sind Geruchsspuren vorhanden, so erinnern sie an Magerjoghurt, Ziegenmilch, Propolis, weiße Melone.
  • Aroma und Geschmack: auch in maximaler Ausprägung nur von schwacher Intensität, in der Regel süß, eventuell begleitet von fruchtigen Nuancen nach Fruchtgelee, Birnensaft und Katzenminze. In seiner reinsten Form gehört diese Sorte zu den am wenigsten aromatischen Honigen.

Die Kombination mit diesem sehr wertvollen Honig, veredelt 16 bis 20 Monate gereiften Grana Padano, da er die Charakteristika des Käses nie überdeckt, sondern sie um Noten von außergewöhnlicher Eleganz bereichert.

Serviervorschlag:
Es empfiehlt sich, stets eine Auswahl an Honigsorten vorzustellen, eventuell zwei sehr unterschiedliche, damit die Tischgäste nach Belieben experimentieren und ihre eigenen Lieblingsvariationen finden können. Der Honig sollte niemals vor dem Servieren auf den Käse gestrichen werden, nicht nur, weil die Wahl damit vorbestimmt ist, sondern auch da die im Käse enthaltenen salzigen Flüssigkeiten durch den erhöhten osmotischen Druck des Honigs schon nach wenigen Minuten von diesem absorbiert werden können. Der Reiz besteht darin, die Produkte zuerst einzeln zu kosten und anschließend deren verschiedenen Kombinationen. 
Serviert werden kann in einem Schälchen mithilfe eines kleinen Löffels, von dem man den Honig laufen lässt. Flüssige und cremige Honigsorten können so, wie sie sind, gereicht werden. Fest kristallisierte Honige können streichfähiger gemacht werden, indem man im Glas die nötige Menge von der starren Oberfläche abkratzt und umrührt, bevor man dann den Honig in das Serviergeschirr füllt.

Besonderheiten

Diese Honigsorte ist in großen Handelsketten nur schwer erhältlich. Bezogen wird er in Italien von „nomadischen“ Imkern, also Imkern, die ihre Bienenstöcke während der Alpenrosenblüte von niedrigeren Höhenlagen bis ins Hochgebirge transportieren.
Die Verbreitung dieser Pflanzen wird auch im Sommer enorm von wechselhaften Klimabedingungen beeinträchtigt, wodurch die Herstellung dieses monofloralen Bienenhonigs stark von den jeweiligen saisonalen Bedingungen abhängt. Dementsprechend variiert die Menge hergestellten Honigs sehr von Jahr zu Jahr und geht in klimatisch ungünstigen Jahren gegen null.
Honig aus der Pontischen Alpenrose (Rhododendron ponticum) kommt in begrenzten Gebieten der Türkei vor, ist jedoch nicht für den Verkauf zugelassen. Durch die darin enthaltenen Grayanotoxine kann der Verzehr von pontischem Honig (auch Rhododendronhonig) beim Menschen schwere Vergiftungserscheinungen bis zu Halluzinationen hervorrufen, wodurch er auch als „Tollhonig“ bekannt ist. Mit dem in Italien hergestellten Alpenrosenhonig hat dieses Produkt nichts zu tun.