GRANA PADANO UND DAS TIERWOHL

12.13.2017

Wir sind ziemlich fassungslos über die Anschuldigungen der Nutztierschutz-Organisation CIWF gegen das Schutzkonsortium Grana Padano und seine Produktionskette zum Thema Tierwohl, sowohl wegen der Heftigkeit, mit der sie der öffentlichen Meinung unterbreitet werden, als auch wegen ihrer inhaltlichen Unbegründetheit. Diese Anschuldigungen sind unter jedem Gesichtspunkt unhaltbar und gereichen der journalistischen Berufsethik kaum zu Ehren, die doch darum bemüht sein sollte, die Öffentlichkeit und die Verbraucher auf der Grundlage von Untersuchungen, die dieses Namens würdig sind, korrekt und ohne tendenziöse Interpretationen zu informieren. In diesem Fall handelt es sich aber leider um einen Medienpranger, der auf Falschinformationen und Alarmismus basiert und ein verzerrtes Bild der Wirklichkeit wiedergibt, um ein uraltes Werte- und Produktionssystem anzugreifen, das sich im Laufe der Zeit in jeder Hinsicht immer weiterentwickelt und sich durch täglichen Einsatz und Engagement internationale Anerkennung und Zustimmung erarbeitet hat. Wir sind hierüber sehr erbittert, denn wir sehen keinen Sinn in diesem traurigen Schauspiel, das nicht nur den Ruf der Käsesorten Grana Padano und Parmigiano Reggiano zu Unrecht schädigt, sondern auch den des ganzen landesweiten Systems, dessen weltweiter Erfolg auf dem Qualitätssiegel Made in Italy beruht.
 
Wir sind der Ansicht, dass diese Art, Schlagzeilen zu machen, nicht zu einem Journalismus passt, der sich tatsächlich in den Dienst der Verbraucher stellen möchte. Die Informationen der verbreiteten Materialien sind fadenscheinig und keinesfalls repräsentativ für ein so komplexes und verzweigtes System in Bezug auf Produktion und geografische Ausdehnung wie das des Grana Padano, das nahezu 4.500 Höfe, 130 Molkereien, 150 Affineure und insgesamt 40.000 Beschäftigte zählt, die in Regionen mit sehr unterschiedlichen Traditionen und Boden- und Klimaverhältnissen tätig sind – namentlich Lombardei, Piemont, Trentino, Venetien und Emilia Romagna. Es ist also offensichtlich, dass eine Untersuchung, die sich auf nur neun Betriebe dieses Systems und des Parmigiano Reggiano-Verbandes beschränkt (der allein bereits 3.000 Höfe zählt), zumindest als unzureichend betrachtet werden muss und keinen allgemeingültigen, realistischen Status quo unseres Sektors wiedergeben kann.
 
Aus diesem Grund waren wir so überrascht und betroffen über dieses oberflächliche, wenn nicht sogar aggressive Urteil, das uns als Organisation verunglimpft, sich nicht um das Wohlergehen ihrer Tiere, d. h. ihrer Hauptlebensquelle, zu kümmern. Die Damen und Herren des CIWF haben sich auf nur neun Betriebe konzentriert, in denen das Wohlergehen der Tiere tatsächlich zu kurz kommt, um ein System aus etwa 8.000 Höfen zu beschreiben und anzuklagen. Hierbei wurden Bilder und Texte so montiert, dass sie bei den Endverbrauchern ein Gefühl der Verachtung für das System des Grana Padano und Parmigiano Reggiano hervorrufen. Und das soll eine Untersuchung sein?
 
Eine Untersuchung zeichnet sich dadurch aus, dass sie genaue und konkrete, detaillierte Daten liefert, wahre und tatsächlich repräsentative Informationen, die der höheren Bedeutung des Wortes „Information” gerecht werden. Welche Daten werden hier aufgeführt? Ein paar Effekt heischende Bilder, die nur einen winzigen Teil unserer Welt zeigen, zahlreiche Verallgemeinerungen und Meinungen, aber nicht eine einzige ernst zu nehmende Vertiefung über die extreme Heterogenität des Systems, über die Gründe bestimmter Haltungsweisen oder all die unzähligen Details, die die Wahrheit erzählen. Um diese Lücke zu schließen, können wir vielleicht dem Fachverband CIWF mit den folgenden Richtigstellungen behilflich sein, in der Hoffnung, dass unsere Bemühungen auf offene Ohren stoßen.
 
Wie bereits erwähnt, hat sich das „System Grana Padano“ schon immer auf die Qualität in der Herstellung und die Art und Weise der täglichen Arbeit konzentriert, um diese Qualität anzubieten und dem Verbraucher ein gesundes und echtes Produkt zu garantieren. Qualität erfordert viel Zeit und Mühe, und wir erreichen sie nur, indem wir dauerhaft Engagement und Ressourcen in die Forschung investieren und die folgenden Maßnahmen, welche die in diesem Bereich geltenden Regeln respektieren und jeden Aspekt des Produktionsprozesses vom Stall über die Käserei bis zur Reifung verbessern. Der Produktionsprozess des Grana Padano beginnt bereits im Stall. Denn nur Qualitätsmilch, die ausschließlich von gesunden und gut gehaltenen Kühen stammt, sorgt für ein Qualitätsprodukt. Die rund 4.500 Milchfarmen, aus denen die Milch für die Produktion des Grana Padano stammt, sind sich dieser Bedingung bewusst. Das Grana Padano Schutzkonsortium legt zudem großen Wert auf den Faktor der Sensibilität und des Respekts, indem es alle Mitglieder in der Produktionskette eindringlich auffordert, darauf zu achten, dass die Milchbauern ihr Bestes geben, um den Tierschutz einzuhalten und vorbildliche Produktionsverfahren anwenden, um qualitativ hochwertige Milch zu erzeugen.
 
Wir weisen daher die Anschuldigungen derjenigen ab zurück, die den falschen Eindruck vermitteln möchten, dass das Grana Padano Schutzkonsortium sich nicht ausreichend um das Wohlergehen der Kühe, die die Milch für den Käse erzeugen, kümmere.
 
In der Tat ist das Gegenteil der Fall. Am 21. April 2017 haben die Mitglieder der Jahresversammlung des Grana Padano Schutzkonsortiums bereits angedacht, ein System einzuführen, welches Maßnahmen zum Tierschutz und Kriterien für Haltung, Gesundheitszustand, Bewegungsfreiheit, Zugang zu Futter und Wasser sowie die Weidemöglichkeiten festlegt und messbar definiert. Diese Maßnahmen wurden lediglich noch nicht eingeführt, da wir noch immer auf die Bestätigung von bereits vorhergegangenen Änderungen des Regelwerks (2014 vorgelegt) durch das Italienische Landwirtschaftsministerium und die EU warten müssen. Es wird ein Messverfahren mit einzuhaltenden Mindeststandards eingeführt, unterhalb derer ein Hof aus dem Grana Padano-Verband ausgeschlossen wird, mit dem Ziel, alle Milchbauern innerhalb eines vernünftigen Zeitraumes auf den Höchststand zu bringen. Entsprechend der Produktionsspezifikation, müssen Nahrung und Futtermittel nahezu ausschließlich aus der Produktionsregion des Grana Padano DOP, in Norditalien, stammen. Dort sind Maiskulturen aus gentechnisch veränderten Organismen bekanntermaßen verboten. Lediglich Soja, welches allenfalls einen minimalen Teil der Tagesration darstellt, kann gentechnisch verändert sein, sofern es importiert wird.
 
Zum Thema „Null Weide”: Die Alpungsperiode im Sommer und Beweidung des Viehs gehören zur traditionellen Landwirtschaft im Alpenraum und haben sich als Lösung zur Optimierung der Futterressourcen und des Arbeitsaufwandes auf dem Hof entwickelt. Diese Art der Viehhaltung weist unzweifelhafte Vorteile auf. In der Tat wird sie nach längerem Rückgang in zunehmendem Maße wieder geschätzt und ist heutzutage insbesondere in den Bergregionen weit verbreitet, wo hierfür geeignete Rassen gehalten werden. Für rund 15 % der Höfe, von denen die Milch für die Produktion des Grana Padano stammt, sind Almbewirtschaftung und Beweidung eine unverzichtbare Haltungsart, insbesondere für Betriebe im Voralpenland und in den Alpentälern von Lombardei, Venetien und Trentino-Südtirol. Mindestens 10 % der Milchbetriebe in der Ebene nutzen Weideflächen und weitere 30 % haben einen Paddock im Freien, wo sich die Tiere nach Belieben frei bewegen können. In der Ebene haben wir aufgrund von Tradition, Kultur und Haltungsart selbstverständlich eine andere Situation (Art der Futterzusammensetzung, Stallhaltung, Entfernung von Almen und Weiden, Rinderrassen).
 
Die am häufigsten eingesetzte Rasse in der Milchproduktion im Flachland ist die Holstein-Friesian, die jedoch infolge der Umstrukturierung zahlreicher alpiner Betriebe auf die produktivere Stallhaltung wie in der Poebene ebenfalls in den Bergregionen auch verbreitet ist. Verschiedene Landwirte bringen auch ihre Holstein-Friesian-Kühe auf die Alm. Sofern sie von klein auf an den Almsommer gewöhnt werden und günstige Bedingungen vorliegen (Entfernung, Hangneigung, Felsigkeit, qualitativ und quantitativ gute Weiden), können sich Friesian-Kühe der Almhaltung ziemlich gut anpassen.
 
Andernfalls kann der Stress für das Vieh so groß werden, dass sein Wohlbefinden negativ beeinflusst wird und die Vorstellung, dass es den Tieren auf grünen Weiden besser geht, nicht zutrifft.
Die Tiere können z. B. zu stark abmagern. Um dem entgegenzuwirken, sind die Landwirte häufig gezwungen, auch auf der Alm Futtermittel und andere typische Präparate der Massentierhaltung zu verfüttern, auf die Gefahr hin, den Sinn der Almbewirtschaftung zu verzerren und die nachhaltige Nutzung der Weiden zu beeinträchtigen. Milchgebende Kühe tendieren dazu, im Stall zu bleiben, denn hier kommen sie bequemer an Futter und Wasser heran und können sich jederzeit auf der vorbereiteten Einstreu ausruhen. Kälber und trockengestellte Kühe gehen dagegen lieber auf die Weide. Fest steht, dass die Tiere weder im Sommer bei großer Hitze gerne ins Freie gehen, sondern schattige Plätze bevorzugen, die häufig durch Ventilatoren und Sprühnebel gekühlt werden, noch im Winter, wenn es draußen neblig-feucht und die Erde nass ist, da sie dann mit ihren Hufen einsinken und sich nur mühsam fortbewegen können.
 
Anwendung des Regelwerks des Italienischen Referenzzentrums für Tierschutz (CReNBA - Centro di Riferimento Nazionale del Benessere Animale) Der Schutz und das Wohlergehen landwirtschaftlicher Nutztiere sind seit jeher vorrangige Ziele des europäischen und italienischen Gesetzgebers. Bereits mit dem Vertrag von Lissabon hat Europa anerkannt, dass Tiere „fühlende Wesen” sind. Seitdem hat der Gesetzgeber zwingende Normen zur Achtung des Tierwohls erlassen. Bekannterweise sind alle Landwirte gehalten, die sogenannte GUTE TIERHALTUNGS- UND LANDWIRTSCHAFTLICHE PRAXIS anzuwenden, da sie andernfalls von den Prämienzahlungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) sowie von den Finanzierungen der Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum (EPLR) ausgeschlossen und mit Sanktionen belegt werden. Die vom Italienischen Referenzzentrum für Tierschutz (CReNBA) des Gesundheitsministeriums ausgearbeitete o. g. Spezifikation enthält die freiwilligen Leitlinien und Angaben für die Beurteilung des Tierwohls in einem Betrieb und basiert auf dem Forschungsprojekt European Welfare Quality®, auf den Vorgaben des Norm-Entwurfs über das Wohlbefinden erwachsener Rinder, der zwischen 2007 und 2009 in Straßburg diskutiert wurde, und auf den wichtigsten und relevantesten Veröffentlichungen zum Tierschutz der letzten zehn Jahre.
 
Die Milchbetriebe des Grana Padano Schutzkonsortiums befolgen diese freiwilligen Leitlinien nicht nur, sondern sie tun weit mehr. Sie beachten die existierenden Normen und gehen sogar noch weiter. Wir weisen darauf hin, dass der italienische Gesetzgeber in Erfüllung der Vorschriften der italienischen und europäischen Normen einen „nationalen Plan für das Tierwohl” (PNBA) verabschiedet hat. Gleichzeitig sollen hierdurch die Ausführung und die Programmierung der Kontrollen vereinheitlicht und die Ausbildung der Tierärzte und Landwirte in Bezug auf die wesentlichen Themen zum Tierwohl verbessert werden. Dies bedeutet, dass alle an der Produktion des Grana Padano beteiligten Landwirte die Vorgaben der verbindlichen Vorschriften einhalten und regelmäßigen Kontrollen vonseiten der zuständigen Organe (Tierärzte der Gesundheitsbehörden - ATS) unterzogen werden. Diese überprüfen die Einhaltung der geltenden Vorschriften und beraten die Landwirte, um eine konstante Verbesserung der Haltungspraxis und somit des Tierwohls zu erzielen.
 
Der Schutz des Tierwohls, der als Grundprinzip in der Gesellschaft verankert ist und das wichtigste Anliegen des Grana Padano Schutzkonsortiums darstellt, verbessert die Produktionsleistungen, die Produktqualität und seine gesundheitliche Unbedenklichkeit, bürgt für den Verbraucherschutz und deckt sich mit den wirtschaftlichen Interessen der Milchbauern und dem landesweiten System. Aus diesem Grund ist das übergreifende Engagement aller an der Produktion des Grana Padano Beteiligten darauf ausgerichtet, den Schutz des Tierwohls immer mehr zu verbessern, größtenteils auch weit über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus: Das Wohlergehen der Herde ist eine „Conditio sine qua non” für die Grana Padano-Produktionskette und für die Produktion eines erstklassigen Erzeugnisses, das den Marktanforderungen im Interesse aller, von den Verbrauchern bis zu den Erzeugern, gerecht wird.
 
Ein 2014 in Zusammenarbeit mit dem Italienischen Referenzzentrum für Tierschutz (CReNBA – Centro di Referenza Nazionale per il Benessere Animale) des Instituts für Tierseuchenbekämpfung der Lombardei und der Emilia Romagna (IZSLER – Istituto Zooprofilattico Sperimentale della Lombardia e dell’Emilia Romagna) durchgeführtes Forschungsprojekt über das Tierwohl, für das 134 Höfe stichprobenartig ausgewählt wurden, ergab, dass 71,6 % der untersuchten Ställe in Bezug auf die Einhaltung der Anforderungen zur Gewährleistung des Tierschutzes eine sehr gute Punktzahl (151,23 Punkte von maximal 199,53 Punkten) erzielten. Am 21. Januar 2014 wurde im italienischen Gesundheitsministerium in Rom ein vom CReNBA entwickeltes, neues Beurteilungssystem des Wohlergehens von Tieren, einschließlich Milchkühen, vorgestellt. Bei dieser Gelegenheit waren ebenfalls das Italienische Landwirtschaftsministerium, einige Italienische Institute für Tierseuchenbekämpfung, Wirtschaftsverbände, der Nationale Verband Italienischer Tierärzte (F.N.O.V.I. – Federazione nazionale ordini veterinari italiani) und einige Regionen vertreten. Dieses Beurteilungssystem des Wohlergehens von Milchkühen wurde auf der Internetseite des Instituts für Tierseuchenbekämpfung der Lombardei und der Emilia Romagna (IZSLER) veröffentlicht.
 
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die in dem Handbuch beschriebene Methode auf der Analyse zweier Datengruppen basiert: Daten in Verbindung mit den Gefahren, die durch die Umgebungsbedingungen entstehen (Management, Betriebsform, Ausrüstungen und mikroklimatische Bedingungen) und Daten im Zusammenhang mit den negativen Auswirkungen auf das Wohlergehen der Tiere, die einer oder mehreren der besagten Gefahren ausgesetzt sind. Bei der Auswahl der Beurteilungskriterien setzt das CReNBA auf wissenschaftlich gut gestützte Kriterien und privilegiert objektiv und leicht messbare Prüfgrößen. Auf diese Weise lassen sich auch unterschiedliche Betriebe auf der Grundlage der gleichen Beurteilungen miteinander vergleichen, wobei eine objektivere Beurteilung der Haltungsbedingungen der Tiere gewährleistet wird.
 
Es ist allgemein bekannt, dass das Betriebsmanagement, d. h. alle Tätigkeiten, in welche die für die Tiere zuständigen Personen involviert sind, grundlegend für das Tierwohl sind. Entgegen den Erwartungen ist sein Einfluss auf die Haltungsbedingungen der Tiere größer als die Konstruktionsmerkmale des Hofes. Darüber hinaus hat das CReNBA spezifische Kriterien für die Bestimmung eines durchschnittlich guten Gesundheitszustandes der Tiere in einem Betrieb festgelegt. Selbst wenn besonders kritische Bedingungen im Vergleich zu den gesetzlichen Anforderungen auch nur bei einem einzigen Tier festgestellt werden, können dem betreffenden Betrieb keine guten Bedingungen für das Tierwohl anerkannt werden. 
 
Wir haben uns für die Zusammenarbeit mit einem nationalen, unabhängigen und kompetenten Institut entschieden, das sich bei seiner Arbeit auf Rechtsquellen und wissenschaftliche Studien beruft, um die tatsächlichen Lebensbedingungen und Bedürfnisse nicht mit unseren Erwartungen zu verwechseln. Darüber hinaus möchten wir darauf hinweisen, dass es sehr wichtig ist, dass Wohlergehen der Tiere durch erfahrene und ausgebildete Fachkräfte beurteilen zu lassen, wie die eigens geschulten Tierärzte des CReNBA.
 
Verständlicherweise ist uns dieses Argument besonders wichtig und wir wüssten wirklich gerne, auf welchen Grundlagen der CIWF die Bedingungen für das Wohlbefinden von Milchkühen definiert. Diese Grundlagen werden zweifelsohne für das Ergebnis ebenso absolut glaubwürdige Quellen sein wie die vom Institut für Tierseuchenbekämpfung der Lombardei und der Emilia Romagna in Betracht gezogenen Referenzen.
 
Die moderne Milchviehhaltung in der Poebene: Heutzutage tätigt die Mehrheit der Milchviehbetriebe – auch dank der Zuschüsse der GAP –aus Effizienzgründen signifikante Investitionen, um ihre Umweltnachhaltigkeit und Energieeffizienz auch weiterhin zu verbessern und um den Tieren die besten Lösungen zu zum Schutz ihres Wohlergehens bieten. Auf diese Weise entstehen moderne Milchviehbetriebe mit „geschlossenem Kreislauf“, die mit allen zurzeit verfügbaren, modernen Techniken im Hinblick auf Einsparung und Wohlergehen ausgestattet sind. Die meisten Betriebe der Grana Padano-Produktionskette stellen sich den Marktanforderungen durch:
 
1.       Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen
2.       Stickstoff-, Phosphor- und Kaliumabbau aus den Abwässern
3.       CO2-Abbau
4.       Wärmerückgewinnung
5.       Reinigung der Abwässer
6.       Wassereinsparung
7.       Energieeinsparung
8.       wirtschaftliche Nachhaltigkeit.
 
Die Landwirte stellen ein korrektes Herdenmanagement in den Mittelpunkt ihrer Tätigkeit und implementieren automatische Beurteilungssysteme der morpho-physiologischen Parameter ihrer Tiere, eine konstante Überwachung der Herde und gezielte Eingriffe bei spezifischen Bedürfnissen einzelner Tiere mit eindeutigen Vorteilen für das Vieh. Die Rinder sind in Liegeboxen untergebracht, deren Größe mindestens den gesetzlichen Anforderungen entspricht und häufig auch über dem Standard liegt, die den Tieren einen höheren Komfort gewährleisten und verhindern, dass sie sich gegenseitig behindern oder während der Ruhezeit stören. In zahlreichen Fällen werden die Tiere in Laufställen gehalten, in denen sie sich frei bewegen und ernähren können, was sich sehr positiv auswirkt; die Ställe verfügen über Lüftungsanlagen (und natürliche Lüftung), die für die erforderliche Luftzirkulation und Kühlung im Sommer oder Heizung im Winter sorgen, was sich ebenfalls vorteilhaft auswirkt. Die aktuelle Änderung unsere Produktionsregeln, die der EU zurzeit zur Genehmigung vorliegen, sieht auch die Einführung von Melkrobotern vor, sodass die Tiere ihren Zugang zur Melkmaschine selbst regulieren können. Die Vorteile für das Tierwohl liegen auf der Hand, denn auf diese Weise werden die Bedürfnisse der Tiere berücksichtigt.
 
Etikettierung: Dank der Bemühungen des Italienische Ministeriums für Landwirtschaft (Mipaaf), hat der Sektor die Ursprungsangabe auf dem Milchetikett erlangt, die bereits die Wahl des Verbrauchers besser schützt und orientiert, wobei zu bedenken ist, dass nicht alle anderen Länder die gleichen Tierschutzvorschriften wie in Italien anwenden. Das Grana Padano Schutzkonsortium kann ein zusätzliches anerkanntes Etikettierungssystem nur begrüßen, das die Verbraucher über die täglichen Bemühungen der Landwirte um die Gesundheit und das Wohlergehen ihrer Milchkühe informiert, um eine hochwertige, gesunde Milch zu produzieren, die zu dem weltweit wichtigsten DOP-Erzeugnis im internationalen Rahmen der Qualitätsprodukte verarbeitet werden kann, nämlich zu GRANA PADANO.
 
Das Schutzkonsortium Grana Padano, seine Molkereien und die zuliefernden Milchbauern haben ein direktes Interesse daran, ihre Kunden detailliert und angemessen über das tägliche Zusammenwirken der gesamten Produktionskette zum Schutz ihrer Nutztiere zu informieren. Denn diese Tiere sind der Ausgangspunkt für eine lokale Produktion, die die alte Tradition des Grana Padano mit modernen und innovativen, umweltfreundlichen Haltungstechniken verbindet, die das Wohlergehen der Tiere verbessern.
 
Genau aus diesem Grund haben wir ein neues Logo kreiert: „Il nostro Latte“ (Unsere Milch). Hiermit möchten wir speziell dem Wunsch der Verbraucher nach Transparenz bei der Rückverfolgbarkeit gerecht werden und eine zusätzliche Garantie für die Qualität, die Einzigartigkeit und die Herkunft der Milch aus einem geschützten Produktionsgebiet bieten. Dieses Logo kann auf freiwilliger Basis von allen Mitgliedern des Konsortiums und autorisierten Abpackbetrieben auf allen Grana Padano-Verpackungen sowohl für den Vertrieb in Italien als auch im Ausland verwendet werden. Das neue Logo „Il nostro Latte” ist durch ein Regelwerk definiert, das Grenzen und Bedingungen für die Konzession an die Abpackbetriebe bei der Verwendung des Logos vorgibt, das vom Grana Padano Schutzkonsortium kreiert und angemeldet wurde.
Zusammenfassend können wir leider wie in jedem Produktionsbereich mit einer hohen Anzahl Beschäftigter nicht vollständig ausschließen, dass auch Abweichungen von den Vorschriften und dem gesunden Menschenverstand festgestellt werden. Derartige Fehlverhalten werden schnellstmöglich gemeldet, um entsprechende Maßnahmen und Korrekturen zum Schutz des Tierwohls durch die verantwortlichen Kontrollstellen und Schutzaufsicht zu ermöglichen. Wenige schlecht geführte Ställe sind keinesfalls repräsentativ für den Durchschnitt der Milchställe im „System Grana Padano“. Eine gesunde Milchkuh produziert in jedem Fall bessere Milch. Daher liegt es im Interesse eines jeden kompetenten und intelligenten Milchfarmers, dem Leben seiner Rinder besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um sein Geschäft zu schützen und vor allem als Garantie für den Verbraucher. Unseren Kühen geht es gut und ihre Milch gehört weltweit zur besten; Grana Padano-Käse bleibt auch weiterhin ein italienisches Spitzenprodukt, auf das wir zurecht stolz sein können.
 
Daher möchten wir CWIF herausfordern: Wir schlagen vor, im Beisein eines Notars stichpunktartig hundert Betriebe auszuwählen und sie von einer unabhängigen Kommission von Tierärzten analysieren zu lassen, die auf diese Thematik spezialisiert sind und von der Tierärztekammer ausgewählt wurden. Sollte festgestellt werden, dass die Haltungsbedingungen den Behauptungen des CIWF Recht geben und die Kühe in unseren Ställen tatsächlich misshandelt werden, werden wir uns öffentlich entschuldigen und umgehend angemessene und strenge Maßnahmen ergreifen. Sollten sich die Anschuldigungen gegen das System Grana Padano hingegen als unbegründet erweisen – wovon wir überzeugt sind – wird der CIWF uns und alle italienische Milchbauern für den erheblichen Schaden, den wir durch ihn erlitten haben, um Entschuldigung bitten, seine Verleumdungskampagne umgehend einstellen und jeden Hinweis darauf von seinen Kommunikationskanälen entfernen.
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