Porter

Porter
Ein englischer Bierstil aus dem 18. Jahrhundert, der im Laufe der Zeit den jeweiligen Präferenzen seiner Liebhaber entsprechend zahlreiche Veränderungen erfahren hat. Der Name stammt vermutlich daher, dass es sich vor allem bei den Lastträgern des Londoner Hafens großer Beliebtheit erfreute. Schon bald jedoch überschritt der Erfolg dieses Biers die Grenzen Englands.
  • Aufbewahrung: Da es sich um einen hochgärigen Stil handelt, ist die Einhaltung der Kühlkette nicht zwingend erforderlich. Dennoch ist es wichtig, dass die Temperatur zwischen 18 und 20 °C gehalten wird, da darüber hinaus bei nicht pasteurisierten Varianten eine erneute Gärung in der Flasche mit unerfreulichen Ergebnissen ausgelöst werden könnte.
  • Ausschanktemperatur: 10-12 °C im Pint-Glas. Entsprechend der britischen Tradition drückt sich diese Sorte am besten durch den Ausschank „im englischen Stil“ aus, bei dem das Glas erst schräg und dann gerade, aber stets nah am Zapfhahn bzw. dem Flaschenhals gehalten wird.
  • Alkoholgehalt: 4,0 – 5,4 % vol.
Charakteristika  (Optik, Geschmack, Aroma): Dieses Bier zeichnet sich durch ein dunkles Kastanienbraun aus, das zuweilen mit wunderschönen rubinroten Reflexen aufwartet. Die Schaumkrone hat eine beigefarbene Färbung von ansehnlicher, kompakter und lang anhaltender Präsenz. Der Duft lässt Röstnuancen, die an Keks, Bitterschokolade, Kakaopulver, Kaffee erinnern und bei denen Noten von Karamell und Nüssen mitschwingen, erkennen die in einem erdigen, lakritzartigen Finale kulminieren. Der Trunk verläuft gleichmäßig, wobei der Geschmack die Schokoladen- und Nussnoten aufgreift, kombiniert mit Amaretto und Karamell und einem Nachtrunk, der den Lakritz und Kaffee erkennen lässt. Die Herbheit des Finales ist moderat, genau wie der Körper und der Kohlensäuregehalt, und hinterlässt ein recht cremiges Gefühl, das das Gesamtbild abrundet und das Bier besonders trinkbar macht.
Die Kombination mit bis zu 16 Monate gereiftem Grana Padano hat sich als etwas ungewöhnlich, aber dennoch äußerst interessant herausgestellt. Die milchigen Noten verschmelzen ausgezeichnet mit dem Geschmackskomplex dieses Stils, und die Schokoladen- und Kaffeenuancen vereinen sich – wie auch das herbe Finale – gekonnt mit der süßen Facette des Käses. Aufgrund des geringen Alkoholgehalts und der guten Trinkbarkeit dieser Biere eignet sich diese Kombination besonders für den Auftakt der Speisenfolge.

Besonderheiten

Die Beliebtheit dieses Stils im London des frühen 19. Jahrhunderts führte dazu, dass immer größere Holzfässer für die Reifung dieses Biers verwendet wurden. 1814 brach eines dieser Fässer in sich zusammen, was in einem Dominoeffekt zum Auslaufen von über einer Million Liter führte, sodass das Bier über die Straßen des umliegenden Viertels strömte. Dieses Ereignis, das großen Schaden anrichtete und mindestens acht Menschen das Leben kostete, ist unter dem Namen „die Londoner Bier-Überschwemmung“ in die Geschichte eingegangen.